Der Sturm trifft unvorbereitet. Innerhalb von Sekunden kleben die orangefarbenen Westen an nassen Körpern, und die enge Fahrerkabine des Transporters wird zum einzigen Schutz. Ich sitze zwischen Markus und Stefan – zwei Stadtreiniger, deren nasse Kleidung nach Schweiß, Regen und billigem Parfüm riecht. Jede Bewegung presst uns enger zusammen. Knie streifen Oberschenkel, Hände verweilen länger als nötig. Der Schnaps in der Thermoskanne wärmt von innen, während draußen der Monsun tobt. Als die ersten Fragen fallen – „Schon mal im Regen gefickt?“ – spüre ich, wie sich die Stimmung verändert. Die Weste klebt auf meinen harten Brustwarzen, und keiner der Männer rückt von mir ab. Der Regen trommelt, die Scheiben beschlagen, und in der stickigen Hitze der Kabine wird deutlich: niemand wartet hier nur auf besseres Wetter.